Das Projekt

Klimapolitik der Europäischen Union

Die Europäische Union hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um die in der EU verursachten Treibhausgasemissionen zu bekämpfen und diese bis 2050 radikal zu reduzieren. Dabei fällt auf, dass private Haushalte zunehmend in Klimapolitik miteinbezogen werden sollen. Der Grund dafür ist, dass private Haushalte in Ländern mit hohem Einkommen für circa 50% der Emissionen verantwortlich sind. Das Ziel, bis 2050 die Treibhausgasemissionen der EU um 80-95% zu senken bedeutet, dass im Vergleich zum Basisjahr 1990 eine Reduktion des CO2-Ausstoßes um 50% vorgenommen werden muss. Das Einbeziehen privater Haushalte in klimapolitische Vorhaben beinhaltet vor allem das verstärkte Richten der Aufmerksamkeit auf privates Konsumverhalten. Um Konsum jedoch zu regulieren, müssen Informationen über das individuelle Konsumverhalten sowie der Bereitschaft, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, vorliegen.

Klimapolitik auf individueller Ebene

HOPE steht für das Verhalten privater Haushalte in europäischen Ländern mit hohem Einkommen – Household Preferences for Reducing greenhouse gas Emissions in four European High Income Countries. Gemeint ist das Verhalten eines Haushaltes im Alltag, beispielsweise der wöchentliche Einkauf, der Weg zur Arbeit oder die Gestaltung des Wohnraumes.

Im Rahmen unserer Studie möchten wir durch Haushaltsbefragungen in vier europäischen Großstädten untersuchen, wie private Haushalte in Zukunft klimafreundlichere Entscheidungen in ihrem Alltag treffen können, um so das Erreichen der europäischen Klimaziele zu ermöglichen. Aix-en-Provence (Frankreich), Bergen (Norwegen), Mannheim (Deutschland) und Umea (Schweden) sollen dabei repräsentativ untersucht werden. Weitere Informationen zu den Kriterien der Auswahl finden Sie unter der Rubrik Forschungsplan.

Unser Vorhaben

Unser internationales HOPE-Projekt, welches vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, hat sich vorgenommen, Prognosen über die zu erwartenden Klimaschutzbemühungen privater Haushalte zu erstellen. Darauf aufbauend gilt es, auch politischen Entscheidungsträgern prognostizieren zu können, welche konkreten Maßnahmen mehr oder weniger Rückhalt in der städtischen Bevölkerung genießen (z.B. der Verzicht auf die eigene Pkw-Nutzung). Anhand dieser Erkenntnisse wird unsere Forschungsarbeit mit einer politischen Handlungsempfehlung abschließen und aufzeigen, welche Anreize wirtschaftlicher, ökologischer oder gesundheitlicher Natur Klimaschutz vorantreiben können.

Die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass abstrakte wissenschaftliche Erkenntnisse nur schwer politisch in die Praxis umzusetzen sind. Aus diesem Grund zählt zu den Teilaufgaben des Projektes die Gründung eines lokalen „Policy Advisory Board“ (PAB). Dazu laden wir Entscheidungsträger auf Stadt-, Länder- und Bundesebene ein, unser Forschungsvorhaben aktiv zu begleiten. Nähere Informationen befinden sich unter der Rubrik PAB.

Hintergrund

Eine Vorstudie des französischen Umweltinstitutes und Projektpartners TEC ergab, dass rund 50% der Treibhausgasemissionen in den eher einkommensstarken europäischen Ländern auf private Haushalte entfallen. Hauptverursacher für die Emissionen im Alltag sind den folgenden vier Bereichen zuzuordnen:

  1. allgemeiner Konsum (z.B. elektronische Haushaltsgeräte, Kleidung),
  2. Lebensmittel (z.B. Fleisch, Gemüse),
  3. Transport (z.B. Nutzung eines Pkws),
  4. Wohnraum (z.B. Isolierung von Fenstern, Heizungsanlage).

Fraglich ist, ob diese Befunde auch bei einer größeren Teilnehmerzahl und vor allem länderübergreifend auf europäische Haushalte zutreffen. Deshalb ist zu untersuchen:

  1. welche Bereitschaft private Haushalte bekunden, ihren eigenen CO2-Ausstoß zu senken und
  2. welche Anreize von politischer Seite wichtig sind, um klimafreundliches Verhalten im Alltag zu fördern.

 Unsere Vorgehensweise

Das Projekt untersteilt sich in drei unterschiedliche Forschungsphasen:

  • Erstellung des CO2-Fußabdrucks privater Haushalte

Anhand von Befragungen ermitteln wir beispielsweise über das Konsumverhalten oder den Wohnraum in den Bereichen allgemeiner Konsum, Lebensmittel, Transport, und Wohnraum wie groß die C02 Emissionen sind.

  • Maßnahmenangebote zur Reduktion der CO2-Emissionen

Wir bieten privaten Haushalten einen Katalog von rund 60 Maßnahmen zur Auswahl an, die dazu beitragen können, ihre Auswirkungen auf die Erderwärmung zu reduzieren (z.B. Umstieg von Pkw-Nutzung auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad). Die befragten Haushalte werden dazu gebeten, uns eine Rangliste ihrer Präferenzen zu geben.

  • Motivationsanalyse der Haushalte

In der dritten Projektphase führen wir einzelne Interviews mit den Befragten, um zu verstehen, aus welchen Gründen sie ihre Entscheidungen getroffen haben. Weitere Informationen finden Sie unter der Rubrik Forschungsplan.

 

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